Vergiftete Mäuse gegen die massive Ausbreitung von Baumschlangen im Pazifik

Innovatives Umweltprojekt per Hubschrauber auf Guam
Die US-Behörden haben eine äußerst ungewöhnliche Strategie zur Bekämpfung der braunen Nachtbaumnattern auf der Insel Guam im Pazifik ergriffen. Dabei werden tote Mäuse als Köder verwendet, die mit einer für diese invasiven Reptilien tödlichen Chemikalie präpariert sind.
Ursprung der Krise und Ausmaß der Plage
Die Probleme begannen nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich die Schlangen vermutlich über Militärtransporte auf der Insel verbreiteten. Aufgrund fehlender natürlicher Feinde stieg ihre Zahl auf geschätzte 3 Millionen Exemplare an. In einigen Waldgebieten liegt die Dichte bei bis zu 13.000 Tieren pro Quadratmeile, was enorme ökologische und wirtschaftliche Schäden verursacht.
Ökologische und wirtschaftliche Bedrohungen
Die Schlangen verursachen durch das Eindringen in Stromanlagen regelmäßige Stromausfälle und bedrohen die lokale Bevölkerung. Ökologisch haben sie zur fast vollständigen Ausrottung zahlreicher heimischer Vogelarten sowie zum Rückgang von Fledermäusen und Eidechsen geführt.
Die Geheimwaffe: Paracetamol
Forscher nutzen die Aasfresser-Natur der Schlangen aus und präparieren tote Mäuse mit Paracetamol. Diese für Menschen harmlose Substanz ist für die Schlangen hochgiftig, da sie den Sauerstofftransport im Blut blockiert und innerhalb von 60 Stunden zum Tod führt.
Luftgestützte Verteilung und Technologie
Die Köder sind mit Pappkonstruktionen versehen, die sich in Baumkronen verfangen. Bei Tests wurden per Hubschrauber etwa 200 Köder abgeworfen, einige davon mit Funksendern versehen, um die Effektivität der Maßnahme zu überwachen.
Vielversprechende Ergebnisse
Die Tests zeigten einen Rückgang der Schlangenpopulation um 80 bis 90 Prozent in den Testgebieten. Ziel ist es, ein Übergreifen der Schlangen auf andere Inseln wie Hawaii zu verhindern, wo sie verheerende ökologische Schäden anrichten könnten.





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