Alarm in Oujda: Rückstände von Krebsmedikamenten gelangen in Abwasser und Grundwasser

Nachweis von pharmazeutischen Mikroverunreinigungen im Wassersystem von Oujda
Eine aktuelle wissenschaftliche Studie der Universität Mohammed I. und des Regionalen Onkologiezentrums Hassan II in Oujda warnt vor gefährlichen, schwer abbaubaren Arzneimittelrückständen im Wassersystem der Stadt. Es wurde nachgewiesen, dass chemische Medikamentenreste aus der Krebstherapie in das Abwassersystem und schließlich in das Grundwasser gelangen.
Die in der Fachzeitschrift “Journal of Ecological Engineering” veröffentlichte Studie untersuchte den Medikamentenverbrauch zwischen 2019 und 2021 mit Fokus auf fünf Wirkstoffe zur Behandlung von Brust-, Lungen- und Darmkrebs.
Versagen der konventionellen Abwasserreinigung
Mittels hochmoderner Analyseverfahren (HPLC-MS/MS) wurden Konzentrationen von Cyclophosphamid, Ifosfamid, 5-Fluorouracil, Doxorubicin und Etoposid gemessen. Die Kläranlage von Oujda ist nicht in der Lage, diese Mikroschadstoffe zu eliminieren. Im gereinigten Abwasser, das in das Wadi Bouneim geleitet wird, wurden besorgniserregende Spitzenwerte gemessen.
Gefahren für Nahrungskette und Grundwasser
Da das gereinigte Wasser zur Bewässerung genutzt wird, besteht die Gefahr, dass die Chemikalien in die Nahrungskette gelangen. Zudem wurden in einem nahegelegenen landwirtschaftlichen Brunnen Rückstände nachgewiesen, was auf undichte Abwasserkanäle hindeutet.
Dringende Empfehlungen
• Vorbehandlung: Krankenhäuser müssen eigene Behandlungsanlagen installieren.
• Technik-Update: Aufrüstung der Kläranlage mit modernen Oxidationsverfahren.
• Überwachung: Regelmäßige Kontrolle des Grundwassers und der Ernteprodukte.





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