Lachgar greift Regierungsmehrheit an: 5000-Dirham-Versprechen sind offensichtliche „Wahlkampfmanöver“

Driss Lachgar, der erste Sekretär der Sozialistischen Union der Volkskräfte (USFP), hat die Regierungskoalition scharf attackiert und deren jüngste soziale Versprechen als „Wahlkampfmanöver“ ohne Glaubwürdigkeit bezeichnet. Er äußerte sich bei einem nationalen Treffen der gewerkschaftlichen Parteikader in Rabat und warnte vor einem „verlogenen Spiel“, das die Regierungsparteien im Vorfeld der Wahlen betreiben.
Abwesenheit vor Ort und Wahlkampf-Manöver
Lachgar kritisierte das Fernbleiben der Koalitionsparteien von gesellschaftlichen Themen während der gesamten Legislaturperiode. Er betonte, dass diese Gruppierungen keine echte soziale Verankerung hätten und es vorzögen, sich von den Anliegen der Jugend, Frauen und der Arbeiterklasse fernzuhalten, nur um kurz vor Wahlen plötzlich als Retter der marokkanischen Probleme aufzutreten. Er fragte provokant: „Wo waren diese Akteure während der Jahre des angeblichen Regierungskonsenses, und warum beginnen sie nun, sich gegenseitig zu beschuldigen und der Verantwortung zu entziehen?“
Das Mindestlohn-Dossier (SMIG) und die Herausforderung der Versprechen
Bezüglich der Forderung nach einer Anhebung des Mindestlohns (SMIG) auf 5000 Dirham stellte Lachgar die Regierung zur Rede. Er erinnerte daran, dass seine Partei diese Erhöhung während der gesamten Amtszeit gefordert habe, während die Regierung den Vorschlag unter Verweis auf das Haushaltsdefizit und die Verfassung ablehnte. Lachgar betonte, dass die heutige Forderung der Mehrheit lediglich ein Versuch sei, Wählerstimmen zu gewinnen. Er forderte den Regierungschef heraus, das Versprechen in der nächsten Amtszeit einzuhalten, anstatt den Wählern falsche Hoffnungen zu verkaufen.
Korruption bei Subventionen und Verwaltung des Agrarsektors
Lachgars Kritik erstreckte sich auch auf die Verwaltung öffentlicher Subventionen für Landwirte. Er kritisierte die Ausrichtung der Gelder auf den Import von Vieh anstatt auf die Unterstützung marokkanischer Viehzüchter. Er forderte eine gerichtliche Untersuchung der „Milliarden Dirham“, bei denen es zu Unregelmäßigkeiten und Fälschungen bei den nationalen Viehbestandszahlen gekommen sei. Zudem rügte er die schwache Performance der Regierung in sensiblen außenpolitischen Dossiers und erklärte, die offiziellen Positionen seien den Herausforderungen nicht gewachsen gewesen.
Aufruf zur Wahl und kollektive Verantwortung
Abschließend rief Lachgar die marokkanischen Bürger dazu auf, bei den Wahlen am 23. September zahlreich abzustimmen. Er betonte, dass die Wahlurnen das einzige Mittel seien, um die „Dominanz“ der derzeitigen Parteien zu stoppen. Er forderte die Wähler auf, vor ihrer Entscheidung gründlich nachzudenken und sich nicht von der Rhetorik der Hoffnungslosigkeit beeinflussen zu lassen, da die kommenden Wahlen einen entscheidenden Wendepunkt für die politische Zukunft des Landes darstellten.





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